Hebammenmangel in Deutschland — wie groß ist er wirklich?
Sehr real und messbar: Rund 680.000 Geburten pro Jahr stehen etwa 18.700 freiberuflich tätigen Hebammen gegenüber — und diese Zahl stagniert seit Jahren, während jede Hebamme nur begrenzte Betreuungsplätze hat. Die Folge: Vielerorts übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich, und Schwangere schreiben Dutzende Anfragen für eine einzige Zusage.
Die Lage in Zahlen
Quellen: Statistisches Bundesamt; GKV-Spitzenverband, Vertragspartnerliste nach § 134a SGB V (Stand Oktober 2025).
Zu den Ursachen zählen die hohe Arbeitsbelastung, erhebliche Bürokratie- und Versicherungslasten und die Struktur des Berufs: Freiberufliche Hebammen arbeiten meist als Einzelkämpferinnen, die sich selbst organisieren und alles allein tragen. Dazu kommt: Der Mangel ist regional sehr unterschiedlich — in manchen Regionen ist die Lage entspannter, in Ballungsräumen und auf dem Land oft besonders angespannt.
Für Schwangere bedeutet das vor allem eins: früh und systematisch suchen. Je früher die Anfrage, desto größer die Chance auf einen der begrenzten Plätze — und wer parallel anfragt und nachfasst, ist fast allen anderen Anfragen voraus.

