Hebammenmangel in Deutschland — wie groß ist er wirklich?

Sehr real und messbar: Rund 680.000 Geburten pro Jahr stehen etwa 18.700 freiberuflich tätigen Hebammen gegenüber — und diese Zahl stagniert seit Jahren, während jede Hebamme nur begrenzte Betreuungsplätze hat. Die Folge: Vielerorts übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich, und Schwangere schreiben Dutzende Anfragen für eine einzige Zusage.

Die Lage in Zahlen

KennzahlWert
Geburten in Deutschland (2024)680.017
Freiberuflich tätige Hebammen (2025)18.687
davon mit Geburtshilfe (2025)rund 4.100
Entwicklung der freiberuflichen Hebammen seit 2018stagnierend (18.425 → 18.687)

Quellen: Statistisches Bundesamt; GKV-Spitzenverband, Vertragspartnerliste nach § 134a SGB V (Stand Oktober 2025).

Zu den Ursachen zählen die hohe Arbeitsbelastung, erhebliche Bürokratie- und Versicherungslasten und die Struktur des Berufs: Freiberufliche Hebammen arbeiten meist als Einzelkämpferinnen, die sich selbst organisieren und alles allein tragen. Dazu kommt: Der Mangel ist regional sehr unterschiedlich — in manchen Regionen ist die Lage entspannter, in Ballungsräumen und auf dem Land oft besonders angespannt.

Für Schwangere bedeutet das vor allem eins: früh und systematisch suchen. Je früher die Anfrage, desto größer die Chance auf einen der begrenzten Plätze — und wer parallel anfragt und nachfasst, ist fast allen anderen Anfragen voraus.

Fachlich geprüft von Maria Rissling (Hebamme seit 1998) und Anita Wozniok (Hebamme seit 1996) — beide Still- und Laktationsberaterinnen (IBCLC) und Mitglied im Deutschen Hebammenverband.